Die erste eigene Wohnung: Checkliste und Tipps
Endlich ist es so weit! Der Umzug in deine erste eigene Wohnung steht kurz bevor oder ist zumindest fest beschlossen. Die Freiheit ruft seeeehr laut und in deinem Kopf hast du alle Zimmer eigentlich schon perfekt eingerichtet. Aber was musst du nun wirklich alles erledigen?

Endlich ist es so weit! Der Umzug in deine erste eigene Wohnung steht kurz bevor oder ist zumindest fest beschlossen. Die Freiheit ruft seeeehr laut und in deinem Kopf hast du alle Zimmer eigentlich schon perfekt eingerichtet. Aber was musst du nun wirklich alles erledigen? Hier erfährst du, wie du deinen Auszug gut vorbereitest, von der Budgetplanung über organisatorische Aufgaben bis zur Erstausstattung. Dazu gibt’s eine praktische Checkliste für die erste Wohnung.
Wie viel kostet die erste eigene Wohnung monatlich in der Schweiz?
Hast du den Mietvertrag schon in der Tasche? Falls nicht, ist bei der Wohnungssuche heute leider kaum etwas so wichtig wie das Budget. Denn die Schweizer Mietpreise kennen seit Jahren eigentlich nur eine Richtung: nach oben.
Im Jahr 2024 lag der Schweizer Durchschnitt für eine 1- bzw. 2-Zimmer-Wohnung beispielsweise laut Bundesamt für Statistik (BFS) bei rund 900 bzw. 1'200 CHF brutto. Dabei ist der genaue Mietzins stark regionsabhängig. Während man laut BFS in den Kantonen Jura, Neuenburg und Uri am günstigsten wohnte, waren die höchsten Mieten in den Kantonen Zug, Zürich und Schwyz zu finden. Für aktuelle Preise und deine Wunschregion schaust du am besten bei den grossen Immobilienportalen vorbei.
Tipp: Du hast einen Termin für deine Traumwohnung ergattert? Hier erfährst du, was du bei der Wohnungsbesichtigung beachten solltest.
Wie viel vom Lohn darf die Miete kosten?
Als Faustregel gilt die Drittel-Regel für die Miete: Demnach sollte deine Bruttomiete nicht höher sein als ein Drittel deiner Netto-Einnahmen. Hierauf achten übrigens auch die Verwaltungen bei der Vergabe. Verdienst du zu wenig für die Wohnung, wird deine Bewerbung meist direkt aussortiert. Um finanziell auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen Beratungsstellen sogar, dass die Miete nur ein Viertel deines Nettolohns betragen sollte. So hast du genügend Puffer für die restlichen Lebenshaltungskosten.
Mit diesen Kosten erstellst du deine Budgetplanung
Neben dem Nettomietzins kommen weitere Fixkosten auf dich zu. Erstelle dir am besten eine eigene Übersicht mit folgenden Posten.
Welche Versicherungen brauche ich für die erste Wohnung wirklich?
Für die erste eigene Mietwohnung gibt es in der Schweiz keine landesweite Versicherungspflicht. Nur in den Kantonen Nidwalden, Waadt, Freiburg und Jura bist du gesetzlich verpflichtet, deinen Hausrat gegen Brandschäden und Elementarschäden (wie Hochwasser) zu versichern.
Im Rest der Schweiz kannst du dein eigenes Hab und Gut (wie Möbel, Kleidung und Technik) freiwillig versichern. In der Praxis verlangt nahezu jede Verwaltung zudem vor der Schlüsselübergabe eine Kopie deiner Privathaftpflicht-Police. Und das aus gutem Grund: Solltest du in der Wohnung Schäden hinterlassen (beispielsweise ein Sprung im Lavabo oder eine tiefe Schramme im Parkett), fordert der Vermieter Schadenersatz. Ohne Haftpflichtversicherung zahlst du das komplett aus eigener Tasche.
Übrigens: Eine Rechtsschutzversicherung brauchst du für den Start meist nicht. Günstiger ist eine Mitgliedschaft beim Mieterinnen- und Mieterverband (MV). Sie beinhaltet eine kostenlose Rechtsberatung sowie Unterstützung bei Problemen mit der Nebenkostenabrechnung, Mängeln oder der Kautionsrückgabe.
Wo und wie muss ich mich beim Auszug ummelden?
Wenn du ausziehst und damit deinen Lebensmittelpunkt dauerhaft verlegst, musst du dies innerhalb von 14 Tagen offiziell melden. Beim Auszug von zu Hause gibst du bei der Gemeinde an, dass es sich um einen Auszug aus dem elterlichen Haushalt handelt.
- Wenn du im gleichen Ort bleibst, meldest du der Einwohnerkontrolle einfach eine Adressänderung innerhalb der Gemeinde.
- Wenn du wegziehst, musst du in der alten Gemeinde deinen Wegzug melden. Ausserdem meldest du dich bei deiner neuen Gemeinde als Zuzug an.
In fast der gesamten Schweiz lässt sich das mittlerweile digital über das offizielle staatliche Portal eUmzugCH erledigen. Falls eine der Gemeinden noch nicht an das System angeschlossen ist, bleibt dir der Gang zum Schalter im Gemeindehaus. Während die Abmeldung kostenlos ist, verlangt die neue Gemeinde für die Anmeldung oft eine kleine Gebühr.
Was solltest du noch um- oder anmelden?
Neben deinen neuen Versicherungen und der offiziellen Ummeldung sind noch weitere Dienste wichtig für einen reibungslosen Start mit deiner eigenen Wohnung. Dazu gehören insbesondere:
- Internetanbieter
- lokaler Stromversorger
Denk ausserdem an die Adressänderung bei:
- Mobilfunkanbieter
- Krankenkasse und Versicherungen
- Strassenverkehrsamt
- Arbeitgeber/Ausbildungsstätte
- Bank/Post (ggf. Nachsendeauftrag einrichten)
Was ist wichtig, wenn du nicht allein in die Wohnung ziehst?
Du ziehst in eine WG oder mit deiner besseren Hälfte zusammen? Für einen harmonischen Start solltet ihr euch im Voraus einigen, wie ihr Aufgaben und Kosten aufteilt. Wer schliesst den Internetvertrag ab? Zahlt ihr die Miete von einem gemeinsamen Haushaltskonto? Wer kauft was? Wenn ihr im Voraus ehrlich über eure Bedürfnisse sprecht, habt ihr später weniger Stress beim Zusammenziehen.
Was gehört zwingend zur Erstausstattung und was kann warten?
Klar, irgendwann soll deine Wohnung der perfekte Ort zum Wohlfühlen sein. Aber in den ersten Tagen wirst du es dir wahrscheinlich zwischen ein paar Zügelkartons gemütlich machen. Und das ist völlig ok! Konzentriere dich am Anfang auf die Dinge, die du wirklich brauchst und lass dich nicht zu teuren Spontankäufen im Möbelhaus hinreissen. So kannst du deine Wohnung erstmal günstig einrichten.
Checkliste für die erste Wohnung: Das brauchst du wirklich
Schlafzimmer:
- Matratze
- Duvet und Kopfkissen
- zwei Fixleintücher
- zwei Bettwäsche-Sets
- Vorhänge/Rollos zum Abdunkeln
- evtl. Kleiderstange und Kleiderbügel
Für das Badezimmer:
- WC-Bürste
- Toilettenpapier
- Zahnbürste und Zahnpasta
- Duschgel und Shampoo
- ein paar Handtücher
- ggf. Duschvorhang
- ggf. Jalousie als Sichtschutz
- ggf. Waschmaschine
Für die Küche:
- Pfanne
- zwei Töpfe mit Deckeln
- gutes Küchenmesser
- Schneidebrett
- Dosen- und Flaschenöffner
- Teller, Gläser und Besteck für 2 bis 4 Personen
- Küchentücher, Schwamm und Abwaschmittel
Zum Saubermachen:
- Allzweckreiniger
- Schüfeli und Bäseli
- Putzeimer und Lappen
- Staubsauger
- faltbarer Wäscheständer
- Waschmittel
- Gebührensäcke
Sonstiges:
- pro Raum mindestens eine Glühbirne (und ggf. Fassung)
- Sackmesser, Schraubenzieher und Hammer
- Verlängerungskabel und Steckerleiste
- Pflaster, Wundspray und Schmerzmittel
Mit diesen Anschaffungen kannst du dir Zeit lassen
Grosse Möbelstücke: Sofa, Couchtisch, Kleiderschrank oder auch eine komplette Esszimmereinrichtung sind für die erste Zeit nicht notwendig. Mach es dir am Anfang auf Kissen oder deiner Matratze bequem. So musst du dein Budget nicht auf einen Schlag belasten.
Elektrische Geräte: Auf eine eigene Waschmaschine kannst du häufig komplett verzichten, da die meisten Mietshäuser in der Schweiz eine gemeinsame Waschküche im Keller haben. Mikrowelle, Toaster, Kaffeemaschine oder Geschirrspülmaschine sind zwar komfortabel, aber auch teuer.
Deko: Zimmerpflanzen, Bilder, Wanddeko und Teppiche machen die Räume zwar wohnlich, aber am Anfang geht’s auch ohne. Sie lassen sich ohnehin viel besser auswählen, wenn du dich erst einmal richtig eingelebt hast und weisst, wie du den Platz nutzen möchtest.
Tipps für günstige Erstausstattung
- Frag Familie und Freunde: Sag allen rechtzeitig Bescheid, dass du ausziehst. Fast jeder hat noch ein paar nützliche Dinge im Keller stehen, die er sowieso loswerden will.
- Geh ins Brocki: In den Schweizer Brockenhäusern bekommst du Teller und Gläser für ein paar Franken und oft richtig stabile Holzmöbel.
- Schau online: Auf Portalen wie Tutti.ch und Anibis verschenken Leute in deiner Nähe täglich Möbel gegen Abholung. Auch auf Ricardo lassen sich bei Auktionen ab 1 Franken Schnäppchen ergattern.
- Setz auf Upcycling: Alte Tische oder Schränke kannst du abschleifen und neu streichen. So hast du für wenig Geld wirklich coole Einzelstücke.
Was tun, wenn die erste Wohnung zu klein für alle Sachen ist?
Dein altes Zimmer soll bald leer geräumt werden, aber du kannst (noch) nicht alles in der neuen Wohnung unterbringen? Kein Stress. Wenn dir gerade der Stauraum für allerlei Dinge fehlt, kannst du sie sicher zwischenlagern. Bei Zebrabox kannst du ganz einfach ein flexibles Zwischenlager mieten – für ein paar Wochen, Monate oder sogar Jahre. Für zwei, drei Kisten oder eine ganze Zimmereinrichtung.
Übrigens: So eine Zwischenlagerung bietet sich auch dann an, wenn du etwas Zeit bis zum Einzug in deine erste Wohnung überbrücken musst. Beispielsweise wenn du vor dem Umzug noch einen Auslandsaufenthalt planst.

Was brauche ich für den Umzug in die eigene Wohnung?
Zügeln ist anstrengend, aber mit der richtigen Vorbereitung auf jeden Fall machbar. Weisst du schon, ob du eine Zügelfirma beauftragen oder selbst umziehen möchtest? Der Umzug in Eigenregie bietet sich bei der ersten Wohnung oft an, wenn du sowieso keine schweren, sperrigen Möbel mitnehmen willst.
Hast du ein paar motivierte Helfer in deinem Familien- oder Freundeskreis? Dann kannst du deinen Umzug ganz easy planen. Aber halte deine Umzugshelfer unbedingt bei Laune, indem du rechtzeitig alles sicher in nicht zu schwere Kisten packst, für einen realistischen Zeitplan sorgst und natürlich gute Verpflegung bereitstellst.
Und noch ein Hinweis zum Schluss: Vergiss bei der Schlüsselübergabe nicht das Wohnungsantrittsprotokoll. Halte jeden noch so kleinen Kratzer schriftlich und mit Fotos fest. So stellst du sicher, dass du beim späteren Auszug nicht für Fehler haftest, die du gar nicht verursacht hast. Viel Erfolg mit der ersten Wohnung!