Koffer packen und los geht’s: Auslandsaufenthalt vorbereiten und planen
Ab ins Ausland! Ob für eine kurzfristige Sprachreise oder einen längeren Aufenthalt - wenn du die Schweiz verlässt, beginnt das Abenteuer schon Monate vor deinem Auslandsaufenthalt: mit einer sorgfältigen Vorbereitung und Planung zu Hause.

Ein längerer Aufenthalt im Ausland steht bei vielen Schweizerinnen und Schweizern ganz weit oben auf der persönlichen Bucket List. Es gibt viele Möglichkeiten die Welt zu entdecken: Sei es für den Traumjob, ein Auslandssemester, die langersehnte Sprachreise, ein Praktikum oder eine Auszeit vom Beruf. Gründe für Reisen gibt es unzählige - mal persönliche, mal berufliche. Und ganz ehrlich: braucht man überhaupt einen Grund für Fernweh? Natürlich nicht!
Jedes Jahr entscheiden sich rund 28.000 Schweizerinnen und Schweizer für ein Leben im Ausland. Die meisten kehren irgendwann zurück, manche gehen für immer. Raus aus der Schweiz - rein ins Abenteuer. Und das am liebsten sofort statt später. Doch aufgepasst: ein Auslandsaufenhalt muss gut organisiert sein. Hilfreiche Tipps und Informationen für die ideale Vorbereitung, findest du auf der Seite des EDA (Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten).
Bei der Vorbereitung an alles gedacht? So bist du startklar für deine Reise ins Ausland
So individuell deine Reise ist, so unterschiedlich ist auch die Planung. Je gründlicher du dich vorbereitest und informierst, desto reibungsloser läuft es später unterwegs. Und Auslandaufenthalte sind längst nicht nur etwas für junge Leute: auch in späteren Jahren sind Sprachreisen oder längere Auszeiten eine bereichernde Erfahrung.
Wer zum Beispiel eine reiselustige Oma hat, sollte sie einmal auf Möglichkeiten und Angebote mit Granny Au Pair hinweisen. Hier werden weltweit nette Grossmütter gesucht.
Doch egal ob jung oder alt – einige grundlegende Vorbereitungen sind für alle wichtig. Wenn du noch früher starten und deine Weltreise Schritt für Schritt planen möchtest, lies auch unseren Beitrag dazu. Hier findest du eine praktische Übersicht der wichtigsten Punkte vor deiner Abreise:
Dokumente und Einreisebestimmungen
- Ein gültiger Pass ist obligatorisch für die Einreise in ein anderes Land, manchmal auch die Identitätskarte. Achte aufs Gültigkeitsdatum. Viele Länder verlangen, dass der Pass noch sechs Monate über das Ausreisedatum hinaus gültig ist.
- Je nach Reiseland brauchst du:
- Elektronische Einreiseerlaubnis
- Visum / Aufenthaltsbewilligung (entspricht es deiner Aufenthaltsdauer?)
- Impfungen
- Eventuell eine Arbeitserlaubnis
- Informiere dich genau über Einreisebestimmungen deines Ziellandes. Unterscheide bestehen je nach Aufenhalt (Tourismus, Studium, bezhalte oder unbezahlte Arbeit).
Studium und Sprachkurse
- Welche Voraussetzungen gelten im Gastland für ein Studium oder Sprachprogramm?
- Sind Diplom, Zeugnisse und Schweizer Berufsabschlüsse anerkannt?
- Brauchst du Übersetzungen oder Beglaubigungen deiner Unterlagen?
👉 Im Ratgeber „Temporärer Auslandaufenthalt“ findest du viele Informationen und Antworten zu den Themen Melde- und Versicherungspflicht, Diplomanerkennung und mehr.
Versicherungen nicht vergessen
Krankenversicherung, Unfall- und Haftpflichtversicherung sind auch im Ausland ein Muss!
Besonders wichtig: Zusatzversicherungen wie eine Auslandsreisekrankenversicherung, damit du im Krankheits- oder Notfall optimal abgesichert bist.
Finanzen im Ausland
- Kläre mit deiner Bank, ob du dein Konto behalten kannst und ob deine Kreditkarte im Ausland gültig ist.
- Prüfe Gebühren für Auslandstransaktionen.
- Informiere dich über alternative Bankdienstleistungen, z.B. über die ASO.
Mobilität und Zoll
- Willst du im Ausland Auto fahren oder einen Mietwagen leihen? Prüfe, ob dein Schweizer Führerschein reich oder ob du einen internationalen Führerschein benötigst.
- Informiere dich über Zollbestimmungen, besonders bei Hausrat und Umzugsgut.
- Lege Kopien deiner wichtigsten Dokumente (Pass, Visum, Abmeldebestätigung) in einer sicheren Cloud ab (z.B. Dropbox, Drive, iCloud).
Abmeldung aus der Schweiz: Ja oder nein?
Bei der Vorbereitung deiner Reise oder des Auslandsaufenthaltes ist das eine entscheidende Frage. Sie lässt sich nicht pauschal beantworten: Manchmal ist eine Abmeldung Pflicht, manchmal nur sinnvoll. Der Haken an der Sache: Deine Schweizer Wohngemeinde entscheidet mit.
Grundsätzlich gilt: Dauert dein Auslandsaufenthalt länger als drei Monate, du gibst deine Unterkunft auf und planst keine schnelle Rückkehr, musst du dich bei der Einwohnerkontrolle deines Wohnsitzes abmelden.
Aber Vorsicht: Manche Schweizer Gemeinden und Kantone handhaben das anders oder drücken ein Auge zu, oder auch zwei, zum Beispiel, wenn du deine Wohnung oder deinen Arbeitsplatz in der Schweiz behältst. Dann kannst du länger als drei Monate reisen ohne dich abmelden zu müssen. Ob das bei deinem Wohnort der Fall ist? Wie lange du verreisen bzw. fernbleiben kannst, ob drei, sechs Monate oder noch länger? Die Antwort kann dir nur dein Einwohneramt mitteilen. Meistens ist eine Abmeldung dann Pflicht, wenn der Auslandsaufenthalt länger dauert als ein Jahr!
Zur Vorbereitung gehört auch: Vor- und Nachteile abwägen
Die schlechte Nachricht: Eine Abmeldung ist mit Aufwand verbunden und bringt einiges an bürokratischem Schreibkram mit sich. Das will gut vorbereitet werden. Die gute Nachricht: Wenn du zurück in die Schweiz kommst, kennst du die Prozedur schon und bist gefeit, denn dann kommt das Ganze nochmal auf dich zu.
Vorteile einer Abmeldung:
- keine Steuerpflicht in der Schweiz
- Kündigung von Verträgen und Versicherungen möglich
- Bezug von Pensionskassen- oder Säule-3a-Guthaben
- Mehr Freiheit
Nachteile einer Abmeldung:
- Bürokratischer Aufwand bei Ab- und Wiederanmeldung
- Bedingungen für Krankenkasse, Unfallversicherung und andere Verträge ändern sich, manchmal nicht zu deinem Besten.
- Eventuelle Einschränkungen beim Bankkonto
- Pflicht, offene Steuern vorab zu begleichen
- AHV-Beitragslücken, wenn du nicht zahlst
- Ausschluss aus der Pensionskasse, falls du nicht erwerbstätig bist
- Notwendigkeit, eine bevollmächtigte Person für Amtsgänge in der Schweiz zu benennen
👉 Informiere dich frühzeitig bei deiner Einwohnerkontrolle über die Meldepflicht. Frage zur Sicherheit lieber nach und lass dir alles schriftlich geben. Und das nicht erst kurz vor Abflug! Unbedingt an die Abmeldebestätigung denken, sonst gibt es Schwierigkeiten an der Grenze, insbesondere für dein Übersiedlungsgut! Erst wenn alle Formalitäten geklärt, Unterlagen fristgerecht (!) eingereicht und alle Steuern gezahlt sind, steht deinem Auslandsaufenthalt nichts mehr im Weg. Na gut, fast nichts…
Kurzfristige Aufenthalte: Wohin mit der Wohnung?
Ob Au Pair, Praktikum, Sprachreise oder Freiwilligendienst: Wenn du nur ein paar Wochen oder Monate weg bist, stellt sich die Frage, was mit deiner Unterkunft passiert. Wenn du länger unterwegs bist, unterstützt dich unser Beitrag So startest du die Planung deiner Weltreise dabei, alles Schritt für Schritt vorzubereiten – von Dokumenten über Unterkunft bis zu Versicherungen.Wenn du keine eigene Wohnung hast und bei deinen Eltern lebst, hast du es einfach. Dann bleibt vermutlich dein Zimmer so wie es ist und du musst nichts weiter tun. Hast du ein WG-Zimmer oder möchten deine Eltern dein Zimmer während des Auslandsaufenthaltes anderweitig nutzen? Kein Problem! In beiden Fällen ist eine Einlagerung deiner Möbel die ideale Lösung.
Als Mieter musst du entscheiden: Wohnung oder WG-Zimmer kündigen (Achtung: Kündigungsfrist meist 3 Monate!) oder behalten? Wenn du es dir finanziell leisten kannst, eventuell zwei Mieten zu zahlen – hier und im Ausland – läuft alles weiter wie bisher. Planst du einen längeren Wegzug ins Ausland oder eine Reise bis zu einem Jahr, und kannst ein paar Extrafranken gut gebrauchen, ist Untervermietung eine gute Möglichkeit für dich. Weitere Tipps findest du in unserer Checkliste.
Im Gastland schon angemeldet? Deine Rechte und Pflichten als Auslandsschweizer
Auslandsschweizer sind Schweizer Staatsangehörige, die ihren Wohnsitz vorübergehend oder dauerhaft nicht in der Schweiz haben. Das Auslandschweizergesetz (kurz: ASG) regelt ihre Rechte und Pflichten. Wenn du dich von deiner Gemeinde abgemeldet hast, musst du dich an deinem neuen Wohnort bei der zuständigen Auslandsvertretung (Botschaft oder Konsulat) im Auslandsschweizerregister unbedingt anmelden und zwar innerhalb von 90 Tagen.
Dafür nötig:
- Schweizer Pass oder Identitätskarte
- Abmeldebestätigung
- Falls vorhanden: Heimatschein
Die Anmeldung ist auch online über EDA-Schalter online möglich. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) unterstützt dich bei den Vorbereitungen zur Auswanderung und Rückwanderung, bietet eine Registrierung für Auslandsreisen (auch geschäftliche) und sorgt für Sicherheit im Krisenfall.



