Kleiderschrank ausmisten: So organisierst du deine Kleidung

19/08/2026, 10:55

Kein Platz mehr? Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung kannst du deinen Kleiderschrank richtig ausmisten, organisieren und Platz schaffen.

Kleiderschrank ausmisten: So organisierst du deine Kleidung
Kleiderschrank ausmisten: So organisierst du deine Kleidung

Kennst du das auch? Mit der Zeit sammeln sich im Kleiderschrank die ungetragenen Teile an und mit jedem Einkauf wächst das Chaos. Was tiefer im Schrank vergraben liegt, gerät in Vergessenheit. Trotzdem fällt das Ausmisten oft schwer. Klar, manche Kleidungsstücke kann man aufbewahren, auch wenn man sie gerade selten trägt. Wenn jedoch dein halber Kleiderschrank aus solchen Teilen besteht, ist das nur unnötiger Ballast. 

Wäre es nicht schön, wenn du alles in deinem Schrank wirklich gerne tragen würdest? Dazu muss das Chaos weg und Ordnung muss her – aber wie? Hier erfährst du, wie du deinen Kleiderschrank ausmisten und in Zukunft besser organisieren kannst.


1. Nimm dir Zeit und sorge für das richtige Setting

Je nachdem wie gross und übersichtlich deine Garderobe ist, solltest du etwa zwei bis vier Stunden Zeit zum Ausmisten einplanen. Sorge für eine grosse freie Fläche und gutes Licht, damit du den Zustand der Kleidung schnell beurteilen kannst. Mit einem grossen Spiegel in der Nähe kannst du Kleidungsstücke im Zweifelsfall schnell anprobieren und neue Outfits zusammenstellen. 

Unterschätze ausserdem nicht, dass es nach einer Weile durchaus anstrengend und langwierig werden kann. Also motivier dich mit deiner Lieblingsmusik, überlege dir vielleicht eine kleine Belohnung und wenn du magst, lade dir Unterstützung ein.

Als Ausmist-Ausrüstung legst du zurecht:

  • grosse, reisfeste Müllsäcke
  • grosse Kisten, Boxen, Taschen oder Körbe
  • Kreppband und Stifte zum Beschriften
  • evtl. Mikrofasertuch und Reinigungsmittel


2. Verschaff dir einen ersten Überblick

Hast du genug Zeit, um alle deine Kleidungsstücke durchzugehen? Dann räumst du am besten zunächst deinen gesamten Kleiderschrank aus. So siehst du zum Start direkt, wie viele Kleidungsstücke du mittlerweile angehäuft hast. Ausserdem bietet sich auf diese Weise die perfekte Gelegenheit, deinen Schrank gründlich sauber zu machen. Alternativ kannst du in Etappen vorgehen, also dir beispielsweise erst einmal alle Oberteile vornehmen. 

Breite die Kleidungsstücke dann so aus, dass ähnliche beieinander liegen. Hast du vielleicht mehrere fast gleiche Teile? Was trägst du ständig? Was hattest du schon ganz vergessen?


3. Sieh dir jedes Kleidungsstück an und entscheide bewusst

Geh nach und nach alle Teile durch. Frag dich dabei lieber nicht, ob du etwas «irgendwann nochmal gebrauchen kannst». Stell dir beispielsweise folgende Fragen und beantworte sie ganz ehrlich:

  • Passt es gut und fühle ich mich darin wohl?
  • Passt es zu meinem aktuellen Stil?
  • Lässt es sich gut kombinieren?
  • Würde ich es heute wieder kaufen?
  • Habe ich es im letzten Jahr getragen (bei Alltagskleidung)?

Du kannst erst einmal mit den einfachen Fällen starten, also erst alle, beschädigte Kleider aussortieren bei denen dir die Trennung ganz leicht fällt. Wenn dir Entscheidungen schwer fallen, helfen dir verschiedene Methoden:

Kleidung ausmisten mit der KonMari-Methode

Die KonMari-Methode nach Marie Kondo ist besonders bekannt. Sie stellt beim Entrümpeln deine Gefühle zu jedem einzelnen Gegenstand in den Mittelpunkt. Du nimmst einfach jedes Teil in die Hand und fragst dich: «Macht mir dieses Kleidungsstück Freude?» Wenn du die Frage mit einem «Ja» beantwortest, darf es bleiben. Wenn nicht, muss es gehen. Behalten wird nur, was sich gut anfühlt. 

Die KonMari-Methode kann zu dir passen, wenn dir das Loslassen aus emotionalen Gründen schwerfällt. Beispielsweise wenn du mit deinen Sachen viele Erinnerungen verbindest oder wenn du schnell ein schlechtes Gewissen hast, weil die Kleidung «eigentlich noch gut» ist oder «bestimmt bald wieder passt».
 

Die 3-Kisten-Methode für den Kleiderschrank

Die 3-Kisten- oder 3-Boxen-Methode ist eine einfache Technik, die beim Ausmisten für schnelle Entscheidungen sorgt. So hilft sie dir beim Loslassen von unnötigen Gegenständen. Statt für jedes Kleidungsstück schon einen detaillierten Plan entwickeln zu müssen, bewertest du es zunächst nach drei einfachen Kategorien und legst es dann in die entsprechende Kiste (oder bildest einfach einen Stapel). Für viele Menschen funktioniert: behalten, weggeben und unsicher.

  1. Behalten: Hier landet Kleidung, die du weiterhin tragen möchtest, weil du sie regelmässig und gern anziehst. 
  2. Weggeben: Hier landen Fehlkäufe oder Kleidungsstücke, die nicht mehr passen, kaputt sind oder aus anderen Gründen schon lange nicht mehr getragen wurden und weg sollen. 
  3. Unsicher: Hier kannst du alle Kleidungsstücke platzieren, bei denen du gerade noch keine endgültige Entscheidung treffen kannst.

Nach einigen Monaten kannst du bei den «unsicheren» Teilen dann nochmal überprüfen: Hast du sie vermisst? Wenn nicht, fällt die Entscheidung für das Weggeben nun vielleicht leichter.
 

Die Kleiderbügel-Methode

Du hast wirklich viele Kleidungsstücke, bei denen du unsicher bist? Mit der Kleiderbügel-Methode kannst du über einen längeren Zeitpunkt hinweg im Auge behalten, was du wirklich noch trägst und was nicht. Dabei hängst du deine Kleidung auf Bügeln so in den Schrank, dass alle in eine Richtung zeigen. Ziehst du eines an, drehst du beim Wiedereinräumen den Kleiderbügel um. Bei Kleiderstapeln legst du stattdessen ein Blatt Papier oben auf, das beim Einräumen langsam nach unten wandert. Nach ein paar Monaten siehst du ganz genau, was du nie anhattest.

Was mache ich mit aussortierter Kleidung in der Schweiz?

Hast du Kleidungsstücke aussortiert, die du nicht mehr behalten möchtest? Deine alte Kleidung muss nicht unbedingt entsorgt werden. Manche Teile lassen sich reparieren oder ändern, andere können verkauft, verschenkt oder gespendet werden. So werden sie nicht verschwendet, sondern bekommen eine zweite Chance.
 

Alte Lieblingsstücke reparieren

Ein neuer Knopf oder eine kleine Änderung können aus vernachlässigter Kleidung (wieder) ein Lieblingsstück machen. Gerade bei hochwertigen oder eigentlich gerne getragenen Teilen lohnt sich das häufig.
 

Hochwertige Kleidung verkaufen

Wenn du deine aussortierte Kleidung verkaufst, kannst du dir zumindest einen Teil des Werts zurückholen. Allerdings musst du meist etwas Zeit investieren, beispielsweise für Fotos, Inserate und Versand. Daher lohnt sich das Verkaufen vor allem für Kleidung, die kaum getragen und hochwertig ist, sodass du mit einem guten Wiederverkaufswert rechnest. Dann bleibt das Ausmisten motivierend und endet nicht mit einer Kiste voller unverkaufter Kleidung im Keller.

Gute Möglichkeiten in der Schweiz sind:

  • Ricardo für höherwertige Einzelstücke und Marken 
  • Tutti oder Facebook-Gruppen für unkomplizierte lokale Online-Verkäufe 
  • Secondhand-Läden in deiner Umgebung
     

Gut erhaltene Kleidung spenden

Auch wenn ein Kleidungsstück kaum Verkaufswert hat, kann es für jemand anderen sehr wertvoll sein. Du kannst deine Sachen innerhalb deines Familien- oder Freundeskreises weitergeben oder spenden. Voraussetzung ist, dass sie noch gut tragbar ist: Gib also nur Kleidung weiter, die sauber, vollständig und nicht stärker beschädigt ist.

Hier kannst du deine Kleidung abgeben:

  • regionale Brockis 
  • Kleiderbörsen oder lokale Tauschmöglichkeiten 
  • soziale Organisationen wie die Caritas Schweiz 
  • Textilsammlungen (z. B. Sammelcontainer)

Aufgepasst: Hilfsorganisationen geben die Kleidung direkt an Menschen weiter, die Unterstützung benötigen, oder verkaufen sie günstig und finanzieren damit dann beispielsweise soziale Projekte. Hier sollte die Kleidung in einem Zustand sein, in dem du sie auch einer Freundin oder einem Freund anbieten würdest. 

Bei Textilsammlungen kann es anders aussehen. Manche nehmen auch beschädigte Textilien an, damit sie stofflich verwertet werden können. Informiere dich am besten bei deiner Gemeinde bzw. der jeweiligen Sammelorganisation (z.B. TEXAID oder Tell-Tex).

Die Möglichkeiten im Überblick

KategorieWann passt diese Option?
BehaltenPasst gut, ist bequem, entspricht deinem Stil, lässt sich gut kombinieren, wird regelmässig getragen oder macht dir Freude.
ReparierenWird gern getragen und hat nur kleinere Mängel wie Löcher, fehlende Knöpfe, leicht beschädigte Nähte oder zu lange Hosenbeine.
VerkaufenKaum getragen, hochwertige Marke oder Materialien wie Wolle, Daunen oder Leder. Als Faustregel lohnt sich der Verkauf ab etwa 20 bis 30 Franken Verkaufswert.
SpendenSauber, vollständig, gut erhalten, ohne grössere Schäden und mit eher geringem Verkaufswert.
EntsorgenDeutlich ausgeleiert oder abgetragen, grössere Löcher, Risse oder beschädigte Nähte, auffällige Flecken, Verfärbungen, Gerüche oder starkes Pilling.

Wie oft sollte man seinen Kleiderschrank ausmisten?

Das ist ganz individuell und hängt auch davon ab, wie viele Kleidungsstücke sich bei dir wie schnell ansammeln. Generell bietet sich der Saisonwechsel für eine kurze Bestandsaufnahme und zum Ausmisten an. Dann kannst du auch direkt deine gerade nicht benötigte Sommer- bzw. Winterkleidung so verstauen, dass du sie nicht immer genau vor Augen hast. 

Tipp: Stelle einen kleinen Korb in deinen Schrank. Immer wenn du etwas längere Zeit nicht mehr tragen möchtest, kommt es dort hinein. Beim nächsten Ausmisten nimmst du dir die Sachen darin als erstes vor.

Nach dem Aufräumen: Den Kleiderschrank richtig organisieren

Wenn du mit dem Ausmisten fertig bist, hast du schon einen grossen Teil geschafft! Bevor du deinen Schrank nun wieder einräumst, mach dir am besten Gedanken über dein (neues) Ordnungssystem. Stell dabei sicher, dass jedes Kleidungsstück einen festen Platz hat. Denn so bleibt es auch langfristig schön übersichtlich.
 

Ordne nach Kategorien

Am einfachsten findest du alles, wenn ähnliche Dinge zusammenbleiben. Zum Beispiel kannst du nach Oberteilen, Hosen und Röcken, Kleidern und Jacken unterscheiden. Aber auch für Sportkleidung und Schlafkleidung bietet sich ein eigenes Fach oder eine Schublade an. Innerhalb der Kategorien kannst du zusätzlich nach Farben, Anlass oder Häufigkeit sortieren. Und wohin kommen Unterwäsche und Accessoires?
 

Berücksichtige, was du oft trägst

Richte deinen Schrank vor allem so ein, dass du häufig getragene Kleidung schnell erreichst: Kleidung für deinen Alltag sollte gut sichtbar und griffbereit sein. Saisonale Kleidung, die du gerade nicht brauchst, kann dagegen weiter oben, hinten oder separat gelagert werden. Selten getragene Kleidung für besondere Anlässe darf ebenfalls weniger Platz im direkten Zugriff einnehmen.
 

Hängen oder Falten?

Nicht jedes Kleidungsstück braucht einen Bügel. Als Faustregel gilt: Alles, was leicht knittert, hängt besser. Hemden, Blusen, Blazer, Kleider oder Stoffhosen, die ihre Form möglichst gut behalten sollen, gehören in der Regel auf einen Kleiderbügel. Zum Falten eignen sich T-Shirts, Pullover, Jeans und Strickwaren sowie Sport- und Schlafkleidung.

Tipps: So nutzt du den Platz optimal aus

  • Verwende schmale Samtbügel, damit mehr Kleidung auf die Stange passt. 
  • Nutze kleine Boxen oder Organizer für Unterwäsche, Socken und Accessoires. 
  • Nutze Türhaken oder Hakenleisten für Gürtel, Schals oder Taschen. 
  • Vermeide hohe Stapel, damit du immer alles auf einen Blick siehst. 
  • Vermeide zu grosse Sammelboxen, in denen Dinge schnell untergehen. 
  • Verstaue selten benötigte Dinge 
     

Besondere oder saisonale Kleidung lagern

Indem du deine Kleidung für besondere Anlässe sowie für die kalte bzw. warme Jahreszeit aus deinem Kleiderschrank auslagerst, gewinnst du darin viel Platz für deine Basics und Lieblingsoutfits. Eventuell hast du Platz für Kisten auf dem Kleiderschrank oder in einer Kammer? Auch die Lagerung von Kleidung im Keller ist möglich, wenn du ein paar Tipps beachtest. 

Wenn du zu Hause wenig Platz hast, kann auch ein externer Lagerraum eine praktische Lösung sein. Bei Zebrabox bieten wir dir verschiedene Möglichkeiten, einen privaten Lagerraum zu mieten. Ob als unkomplizierte Langzeitlagerung oder als flexibles Zwischenlager für kurze Zeit. Probier es doch mal aus!

Extra-Tipp: So baust du eine Capsule Wardrobe auf

Ein spezieller Ansatz für einen ganz bewussten und damit übersichtlichen Kleiderschrank ist die sogenannte Capsule Wardrobe. Dabei konzentrierst du dich auf eine reduzierte Anzahl an Kleidungsstücken, die du gerne trägst und die sich gut miteinander kombinieren lassen.

Und so geht's

  1. Ausmisten: Sortiere alles aus, was nicht mehr passt oder nicht getragen wird. 
  2. Lieblingsteile heraussuchen: Welche Kleidungsstücke trägst du immer wieder? 
  3. Muster erkennen: Welche Farben, Materialien und Schnitte siehst du bei deiner Lieblingskleidung häufig? Was passt wirklich zu dir? 
  4. Gezielt ergänzen: Ergänze die vorhandenen Lieblingsteile mit zeitlosen, kombinierfreudigen Stücken.

Normalerweise werden etwa dreissig bis fünfzig Kleidungsstücke als Richtwert genannt. Aber eine feste Begrenzung gibt es nicht. 

Denn: Ein aufgeräumter Kleiderschrank bedeutet nicht, möglichst wenig Kleidung zu besitzen. Viel wichtiger ist, dass du nur Dinge aufbewahrst, die zu deinem Alltag passen und die du gerne trägst. Wenn jedes Kleidungsstück seinen festen Platz hat und du regelmässig aussortierst, bleibt dein Schrank dauerhaft übersichtlich.

Kleiderschrank ausmisten & organisieren: Tipps | zebrabox.ch